OnlyFans lebt von exklusiven Einblicken, privaten Nachrichten und großzügigen Trinkgeldern. Inzwischen bringt die Plattform auch Investoren auf Touren: Im Mai 2026 zahlte Architect Capital 535 Millionen US-Dollar für rund 16 % des Unternehmens.
16 % OnlyFans für 535 Millionen Dollar
Architect Capital zahlt 535 Millionen Dollar für rund 16 Prozent der OnlyFans-Mutter Fenix International. Dabei wird das Unternehmen mit 3,15 Milliarden Dollar bewertet.
Die Kontrolle bleibt bei der Familie des im März verstorbenen Mehrheitseigentümers Leonid Radvinsky. Mit Architect Capital sitzt nun allerdings erstmals ein großer externer Investor mit am Tisch.
Dabei wurde OnlyFans zeitweise noch deutlich teurer gehandelt. 2025 war von einem möglichen Verkauf für rund 8 Milliarden Dollar die Rede. Anfang 2026 verhandelte Architect Berichten zufolge über fast 60 % der Anteile bei einer Bewertung von etwa 5,5 Milliarden Dollar. Am Ende wurde daraus ein kleineres Stück vom Kuchen.
Die Zahlen lassen sich nur bedingt vergleichen: Größe des Anteils, Mitspracherechte und weitere Vertragsbedingungen beeinflussen den Preis. Klar ist trotzdem: OnlyFans spielt finanziell längst in der Liga großer Techplattformen.
Das Geschäft mit der Lust läuft glänzend
2024 gaben Fans auf OnlyFans insgesamt 7,22 Milliarden Dollar aus. Davon gingen 80 Prozent an die Creatoren, die Plattform behielt rund 1,4 Milliarden Dollar. Der Gewinn vor Steuern lag bei knapp 684 Millionen Dollar.
Auch die Reichweite wächst weiter. Ende 2024 zählte OnlyFans 377,5 Millionen registrierte Fan-Konten und 4,63 Millionen Creator-Accounts. Abonnements, Trinkgelder und einzeln bezahlte Inhalte sorgen für einen stetigen Geldstrom. Die Plattform kassiert bei jeder Transaktion mit, während die Creatoren den Großteil der Inhalte und die dazugehörige Fanpflege übernehmen. Ein ziemlich schlankes Geschäftsmodell mit sehr üppiger Rendite.
Architect Capital soll nun unter anderem neue Finanzprodukte und Dienstleistungen für Creatoren entwickeln. Das ist mehr als eine nette Zugabe: Adult-Creatoren stoßen bei Banken und Zahlungsdienstleistern weiterhin regelmäßig auf verschlossene Türen.
Milliardenbusiness mit Reizthema
Genau darin liegt auch das Risiko für Investoren. Erotik-Content erschwert die Zusammenarbeit mit Banken, Werbenetzwerken und App-Stores. Hinzu kommen hohe Anforderungen an Alterskontrollen, Moderation und den Schutz vor illegalen Inhalten.
OnlyFans bleibt trotzdem begehrt. Die Plattform besitzt eine riesige zahlende Community, eine weltweit bekannte Marke und ein Geschäftsmodell, bei dem schon ein kleiner Anteil Hunderte Millionen kostet. Wer hier einsteigen will, braucht tiefe Taschen – und darf bei Adult Content nicht rot werden.




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